Cincinnati Kid

Cincinatti Kid gilt bis heute als DAS cineastische Meisterwerk im Genre der Gambler-Filme. In Deutschland wurde der Film im Titel mit dem Zusatz „…und der Pokerkönig“ ausgestrahlt. Damit wollte man hierzulande noch einmal zusätzlich auf das Psychoduell verweisen, das sich die beiden Protagonisten des Films liefern. Die Handlung spielt dabei im New Orleans der frühen dreißiger Jahre.

Regisseur Norman Jewison drehte im Jahre 1965 und besetzte die beiden Hauptrollen mit dem damals schon bekannten, aber mit 35 Jahren immer noch recht jungen Steve McQueen sowie dem bereits in die Jahre gekommenen Edward G. Robinson. Für Robinson war es dann sogar die letzte große Rolle, nur sieben Jahre später sollte er einem Krebsleiden erlegen, aber mit der Verkörperung des eiskalten Pokerchampions Lancey Howard verpasste er sich selbst einen mehr als würdigen Abgang von der Leinwand. Zurecht untermauerte Edward G. Robinson mit dieser Charakter- Darstellung sein Ranking in der Liste von „Hollywoods 50 besten Schauspielern“.

McQueen dagegen stand noch in den Anfängen zu einer großen Karriere. Zwar hatte er sich auch über Hollywoods Grenzen hinaus mit Klassikern wie „Die glorreichen Sieben“ oder „Gesprengte Ketten“ schon sehr viel Achtung eingebracht, doch noch stand er nicht auf der Ruhmesstufe, die er mit „Papillon“ oder „Bullit“ nur wenige Jahre später erklimmen sollte. Zweifelsfrei war die Rolle des ehrlichen und coolen Pokertalents Cincinatti Kid aber der endgültige Durchbruch in der Filmwelt.

In unheimlich dichter Atmosphäre spiegelt der Film dabei die schwierigen Begleitumstände jener Zeit wieder, Weltwirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit, Prohibition usw. Alkohol und Glücksspiel finden nur in konspirativem, Rauchgeschwängertem Ambiente von privillegierten Hinterzimmern statt. In dieser Szenerie regiert der erfahrene Lancey Howard (E.G. Robinson) an den Pokertischen Louisianas. Um dessen Dominanz nun endlich zu brechen, organisiert der Promoter Shooter- gespielt von Karl Malden(„Straßen von San Francisco“)- ein Pokerturnier der Extraklasse.
Unter den fast ausnahmslos erfahrenen Kartenhaien macht das Pokernesthäkchen Ed Stoner allerdings mehr als nur Furore und gibt sich relativ unbeeindruckt unter den wesentlich routinierteren Spielern. Seine eiscoole Spielweise beeindruckt Shooter so sehr, dass er versucht Stoner zu kaufen. Stoner, in Anspielung auf seinen Herkunftsort mittlerweile fast nur noch Cincinatti Kid genannt, bleibt aber standhaft und versucht in ehrgeiziger, aufrichtiger Manier das Turnier zu gewinnen. Am Ende kommt es zu einem unausweichlichen Showdown zwischen dem Cincinatti Kid und dem bis dato fehlerfrei agierenden Pokerkönig Lancey Howard.
Norman Jewison hat diesen Klassiker brillant in Szene gesetzt, das Finish am Pokertisch ist an Spannung und Atmosphäre kaum zu überbieten.

Trailer:

Steve McQueen (Darsteller), Edward G. Robinson (Darsteller), Norman Jewison (Regisseur) | Alterseinstufung: Freigegeben ab 12 Jahren

Hinweis: (c) Warner Home Video

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